Tempern

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(auch salopp: "Toasten")

1) "Wärmebehandlung" von z.B. einem Bogen, um dieses stärker zu machen. Üblicher Weise mittels einer Heißluftpistole, professionell auch mit einer Reihe von Infrarotlampen, traditionell über Holzkohle.

Dabei ist es wichtig das Holz nicht zu verbrennen oder durch zu starke Hitzeeinwirkung die Holzstruktur zu zerstören. Nicht jedes Holz ist dafür geeignet. Durch Tempern steigt zwar die Leistung, aber auch die Bruchgefahr.

Sehr gut geeignet sind Bambus oder Rattan (=Manau), im traditionellen japanischen Bogenbau üblich.

2) Warmhalten bei Epoxid-geklebten Laminatbogen zur Steigerung der Klebkraft des Klebers.

Der für beide Anwendungsgebiete benutzte Begriff für kontrolliertes Erhitzen beschreibt dabei chemo-physikalisch sehr unterschiedliche Vorgänge: Das Tempern von Bambus, Rattan oder Holz (funktioniert nur bei wenigen Hölzern) erzeugt eine Verhärtung des Materials durch Verschmelzungs- und/oder Karamelisierungsvorgänge sowie das Verdampfen von "Weichmachern" (Ölen). Die Elastizität sinkt, das Material wird steifer.

Das Tempern von Epoxid-Klebungen verbessert die Klebkraft durch Begünstigung der Polymerisation, also des Abbindevorgangs, es werden bis zum Erstarren mehr Polymerbrücken gebildet.