Spine

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Spine ist ein Maß für die Biegesteifigkeit eines Pfeiles. Der sogenannte Spinewert gibt an, wieviel Kraft man benötigt, um einen Pfeil zu biegen.

Die Wahl des richtigen Spinewertes ist entscheidend beim Bau von Pfeilen, dieser Wert muss speziell auf den verwendeten Bogen abgestimmt werden (Siehe Paradoxon des Bogenschießens).

Der Spinewert wird bestimmt, indem man die Schäfte auf zwei 26 Zoll von einander entfernte Auflagen legt, sie mittig mit einem Gewicht von 2 englischen Pfund belastet und die Durchbiegung misst. Der Durchbiegungsweg kann mittels Tabellen in einen Wert in Pfund umgerechnet werden, siehe Spinetester.

Der Wert in Pfund gibt das Zuggewicht wieder, welches ein fiktiver Standardbogen (englischer Langbogen) haben müsste, zu dem der betreffende Schaft passt. Beim Ermitteln des Spinewertes von Holzschäften muss darauf geachtet werden, dass die Messung bei stehenden Jahresringen erfolgt.

Lexikon:


Ermittlung des Spinewertes

Ausgehend von den AMO Standards, nach denen noch Heute die Holzpfeile gemessen und verkauft werden, kann man sich den für seine Bedürfnisse benötigten Spine annähernd errechnen.

Alle Angaben beziehen sich auf den Standardpfeil, 28“ lang (von Nockkerbenboden bis Beginn der Spitze) mit 125 Grain Spitze. Dieser Pfeil funktioniert auf einen geraden Langbogen mit leichtem Einschnitt am Griff (Hillstylebogen) erstaunlich gut. Also ist das gemessenes Zuggewicht gleich dem Spinewert.

Vom Zuggewicht ausgehend rechnet man mit folgenden Werten:

Typ Ab- / Zuschlag
Hillstylebogen + 0%
Normaler Fita-Recurvebogen + 15%
Moderner R/D Langbogen + 10%
Moderner R/D Langbogen (Schußfenster) + 15%
Schneller Jagdrecurve + 20%
Englischer Langbogen (Eibe) - 15%
Englischer Langbogen (Hickory) - 20%
Holz oder Bambus Laminatbogen - 10% bis 0%
Selfbogen (Primitivbogen) - 25% (Mies) bis – 10% (Top)
Reiterbögen (Billigbögen vom MA-Markt) - 15%
Reiterbögen (schnelle Glasbögen) - 5%

Bei Abweichungen vom normalen Schussfenster bei den Bögen kommen dann noch Zu- und Abschläge hinzu:

  • Bei einem Selfbogen, der ein Schussfenster bis Mitte hat, etwa + 10%
  • bei über Mitte geschnitten etwa + 15%
  • hat er zudem noch Reflex oder Reflexe Tips + 5% bis + 10%
  • bei starken Deflex – 10%
  • bei einen Jagdrecurve, dessen Schussfenster nicht bis über Mitte geschnitten ist, - 5%

Auch für über die Norm schnelle Bögen kann man mit + 5% oder bei lahmen Nudeln noch mal mit bis zu – 10% rechnen. Bei einer Fastflightsehne kann man mit + 5% bei normal dicker und + 10% bei einer sehr dünnen Sehne rechnen.

Nun noch die Auszuglängen:

  • 25“ = - 25%
  • 26“ = - 18%
  • 27“ = - 10%
  • 28“ = + 0%
  • 29“ = + 10%
  • 30“ = + 18%
  • 31“ = + 25%
  • 32“ = + 30%

Sind die Pfeile länger als der Auszug, kommen für jeden Zoll Pfeillänge der über den Auszug liegt noch + 8% hinzu.

Spitzengewichte:

  • 70 gr = - 22%
  • 80 gr = - 18%
  • 100 gr = - 10%
  • 150 gr = + 10%
  • 175 gr = + 18%

Das alles gibt dem Schützen einen Hinweis auf den etwa benötigten Spine. Besorgt man sich Pfeile von diesen Spinewert oder eine Idee weicher, geht man damit am besten nach folgender Methode vor:

Man lässt diese Pfeile 2“ (5cm) länger als benötigt und hat nun Pfeile, die rechnerisch 18% - 25% zu weich sind. Darauf kommen dann Spitzen von 70 gr, 100 gr und 125 gr und man schießt diese Pfeile. Stimmt der Rechnerische Ansatz, dann sollten die Pfeile mit den 70 gr Spitzen schon ordentlich fliegen. Ansonsten die Pfeile um einen Zoll kürzen und den Test wiederholen, alle Pfeile sind jetzt 10% steifer. Das kann man dann noch einmal machen.

Man deckt mit dieser Methode dann einen Bereich von etwa - 20% (- 25%) bis + 22% vom errechnetten Wert ab. Hat man sein Setup gefunden, kann man dann zurückrechnen und so noch den Faktor Mensch ermitteln (z.B. -5%, schlechter Ablass!).

Achtung, außer dem Spinewert ist auch noch der Pfeildurchmesser und das Pfeilgewicht bei Holzpfeilen zu beachten.

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