Spannen

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Es gibt verschiedene Arten einen Bogen zu spannen, für einige Typen sind auch bestimmte Arten vorgeschrieben, um die Garantie nicht zu verlieren. Auch ohne Garantie sind manche Spannarten abzulehnen, da diese die Wurfarme leichter verdrehen können als andere.

Inhaltsverzeichnis

Spannen mit Spannschnur

Die Benutzung der Spannschnur wird im Allgemeinen als die bogenfreundlichste Art des Spannens bezeichnet. Außerdem ist es auch für den Anwender komfortabel und kräfteschonend.

Es gibt 3 Arten von Spannschnüren:

  • Typ 1 Funktioniert nur mit geraden Bogen ohne Recurves und hat nur an jedem Ende eine Schlaufe ("Öhrchen"). Zur Verwendung muss der Bogen an beiden Enden neben den Sehnenkerben noch zusätzliche Spannkerben haben.
  • Typ 2 funktioniert mit Langbogen und Recurves und hat an jedem Ende eine Leder-Säckchen, meistens ein größeres und ein kleineres. Diese werden über die Bogenenden geschoben, das kleinere an dem Ende, wo die Sehne erst noch eingehängt werden soll. Warnhinweis: Die Säckchen müssen zum jeweiligen Bogen genau passen, sonst können sie abrutschen!
  • Typ 3 ist eine Sonderform für Recurvebogen, an denen die Typ 2 aus irgendwelchen Gründen nicht funktioniert. Sie hat an einem Ende eine groß dimensioniertes Leder-Säckchen, am anderen Ende eine Schlaufe mit einem Gummiklotz. Das Besondere ist, dass der Gummiklotz nicht am Bogenende angesetzt wird, sondern im Tiefpunkt der Recurve-Kurve.

Durchsteigemethode

Langbögen lassen sich mit dieser Methode noch recht einfach spannen, bei Recurves oder Reiterbögen mit den Steifen Siyahs ist die Gefahr der Verdrehung der Wurfarme sehr groß.

Man steigt zum Beispiel mit dem linken Bein durch die Öffnung Sehne-Bogen, so dass der Bogen hinter dem Unterschenkel leicht schräg verläuft - in dem Beispiel von links unten nach rechts oben. Dann verläuft er weiter sanft nach rechts oben. Der Griff ist etwa auf Höhe des eigenen Hinterteils. Über die Hüfte/das Hinterteil wird nun der Bogen gespannt, also am oberen Ende nach vorne gezogen und die Sehne auch in die obere Sehnenkerbe eingehängt. Dabei auf die richtige Richtung achten und den Bogen nicht verkehrtherum aufspannen!

Push-Pull-Methode

(Drücken und Ziehen)

Der Bogen wird mit dem Ende, bei dem Die Sehne bereits eingehängt ist, auf den Boden an einen Fuß gestellt. Dann zieht die Hand (der gegenüberliegenden Seite dieses Fußes) den Griff heran, währen gleichzeitig die andere Hand

  • a) mit dem Handballen das obere Bogenende weg drückt und so den Bogen krümmt und
  • b) mit Daumen und Zeigefinger das obere Sehnenöhrchen in die Sehnenkerben schiebt.

Über-Knie-Methode

Diese Technik ist auf manchen griechischen, römischen o.ä. Darstellungen zu sehen. Sie erfordert die Mitarbeit einer 2. Person (Helfer). Der Schütze erfasst (im Sitzen!) beide Bogenenden von der Bauchseite her mit den Händen und legt den Bogengriff vor ein Knie. Nun zieht er beide Wurfarme in die Krümmung und hält sie so, während der Helfer die Sehne auflegt. Besonders bei starken Reiterbogen eine einfache und sichere Methode, so lange man einen Helfer verfügbar hat.


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