Spalten

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hier: Zerteilen von Baumstämmen zu (sh.) Staves.

Damit man den Faserverlauf des Holzes erkennen kann, sollten Baumstämme zum Bogenbau nicht aufgesägt, sondern gespalten werden.

Vorgehen

Zunächst wird ein Keil oder eine Axt von der Schnittfläche her in den Stamm getrieben, und zwar so, dass der Spalt genau durch das Mark verläuft.

Beginnt das Holz einzureißen, schlägt man von der Seite einen Holz-, Alu- oder Eisenkeil dicht neben der Axt ein, bis diese herausfällt (vorsicht!). Dann werden weitere Keile (min. 2) in 20 - 30 cm Abstand seitlich in den Spalt geschlagen, bis der erste Keil herausfällt, der dann wieder als nächster eingeschlagen wird, u.s.w., bis der Stamm geteilt ist.

Bei dicken Stämmen setzt man immer 2 Keile einander gegenüberliegend an, braucht also 6. Wie gut sich Stämme spalten lassen, ist von der Holzart abhängig. Am schlechtesten spaltet Ulme.

Achtung! Die erforderliche Schlagkraft ist eigentlich gering! Wenn mal mehr "Gewalt" notwendig ist, besteht bei Keilen aus Eisen die Gefahr von Absplitterungen, die wie Geschosse wirken können! Also in den Fällen Gummi-Aufsatz am Hammer oder Alukeile verwenden!

Durch das Spalten eines Stammes werden mehrere nützliche Effekte erreicht.

Zuerst einmal lässt sich dadurch das Holz besser handhaben. Ein Stamm der für einen Bogen viel zu dick wäre, liefert auf diese Weise Material für 2, 4, 6 oder mehr Bögen, je nach Dicke des Stammes. Gleichzeitig spaltet sich der Stamm immer entlang des Faserverlaufs. Dadurch werden Unregelmäßigkeiten im Holz sichtbar, die später während des Bogenbaus beachtet werden müssen. Bei frisch geschlagenem Holz verringert das Spalten auch die Wahrscheinlichkeit, das das Holz während des Trocknen reißt, da der Holzquerschnitt kleiner wird.

Eine wichtige und leicht zu merkende Regel beim Spalten von Stämmen geht so: Gespalten wird, wie der Vogel scheißt: von Oben nach Unten!