Schäfte

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Schäfte, auch Pfeilschäfte genannt, können aus verschieden Materialien bestehen. Im Wesentlichen sind dies Holz, Carbon und Alu. Bambus wird auch zum Teil verwendet.

Lexikon:


Material

Es werden Schäfte aus den unterschiedlichsten Materialien angeboten:

Schäfte aus Naturmaterialien

Holzschäfte

die gängisten Durchmesser sind 5/16" = 8mm und 11/32" = 8.7mm

Es gibt sehr viele unterschiedliche Holzsorten und Möglichkeiten, aus denen Schäfte gemacht werden können.

Zeder

Häufig wird heute noch die Port Orford Zeder verwendet. Bei Bruch des Pfeiles verströmt dieser Schaft sein typisches Aroma. Zedernholz wird auch zum Motten fernhalten in Kleiderschränken benutzt - eine Möglichkeit um zerstörte Pfeile weiter zu benutzen, sofern diese nicht durch spleißen zu retten sind.
Es kann von Vorteil sein zu "riechen", wenn ein Schaft angebrochen ist! ;-)

Fichte

Angeblich spröder als die anderen gebräuchlichen Holzsorten. Dafür ist Fichte sehr leicht, was einen schnelleren Flug und geradere Flugbahn zur Folge hat.
(Anmerkung von Matthias Herp: Meine Fichtenschäfte waren stabiler als die Zedernschäfte, bisher kein Bruch hinter der Spitze)

Kiefer

Gerne genommen, günstig und wie die Fichte aus heimischen Hözern gewonnen.

Wolliger Schneeball

Der Pfeilbauschlager zu Ötzis Zeiten. Verwendet werden hauptsächlich die Triebe.

Roter Hartriegel

Ebenfalls ein Material das bereits aus der Vorzeit bekannt ist. Auch hier werden die Triebe geschliffen und zu Pfeilen verarbeitet.

Esche

Im Mittelalter war Esche ein beliebtes Material für Pfeilschäfte.

Tough Timber

Sehr stabiler Schaft aus mehreren Holzleisten verleimt. Recht teuer aber dafür ziemlich stabil. Überlebt mit einem 35lbs Bogen Direktschüsse auf Stein.

Hexshafts

Unterschied zwischen Hexshaft und normalem Schaft

Darunter versteht man Schäfte, die aus 6 Keilen zusammengeklebt sind (ähnlich wie bei einer Torte), sodass die Maserung in jedem Bereich möglichst radial verläuft. Dadurch soll das Material homogener werden (Spinewert), die Maserung muss beim Anbringen einer Selfnock nicht mehr beachtet werden.

In FC wurden die Hexschäfte schon öfter diskutiert, es wurden aber keine maßgeblichen Vorteile gegenüber den normalen Holzschäften gefunden. In manchen Beiträgen wurde von schlechter Verarbeitungsqualität geschrieben (nicht sauber verleimt, Hohlraum im Inneren). Desweiteren sind sie in Deutschland noch immer schwer zu bekommen, da auch kaum Händler von ihnen überzeugt sind. Die Besorgung aus Kanada gestaltet sich als aufwändig und teuer.

Schilf/River Caine

Amerikanische Verwandte unseres Schilfrohrs, deutlich härter, schon nahe an Bambus.

Klassisches Material für Indianerpfeile. Verarbeitung wie bei Bambusschäften.

Bambusschäfte (Gras)

Gerade im japanischen Kyudo wurden gerne Schäfte aus Bambus verwendet. Diese sind von bestimmten Bambussorten, werden meist als zweijähriger Sproß geerntet und sind selten gerade. Daher werden sie unter Wärme gerichtet und geschliffen. Wichtig ist bei diesen Pfeilen die Wicklung an den Enden, um das Spalten des Materials zu verhindern. Um eine Selfnock zu erstellen, wird der Nockboden auf eine Nodie (Knoten) gelegt oder ein Stück Holz in das Bambusrohr eingeklebt.
Heute werden in unseren Breiten Bambusschäfte aus angepflanztem Bambus oder aus Bambusstäben aus der Gartenabteilung gewonnen.
Bambus hat sich als Pfeilmaterial sehr bewährt, es ist leicht und sehr bruchstabil.

Carbonschäfte

Carbon ist derzeit das robusteste Pfeilmaterial auf dem Markt. Es ist jedoch dringend darauf zu achten, hochwertige Carbonschäfte zu nehmen. Gerade bei älteren oder billigen Importen besteht die Gefahr, dass diese im Falle eines Bruches unschön auffächern und sogenannte Blumensträuße bilden. Im schlechtesten Falle hat man Teile von diesem in der Hand stecken. Aber auch ein Verteilen in der Natur ist nicht anzustreben, da Carbon nicht verrottet!

Carbonschäfte der neueren Generation sind aus bidirektinoal angeordneten Fasern aufgebaut und zeigen deshalb ein weit unkritischeres Bruchverhalten (Relativ glatte Bruchflächen statt splittern über die ganze Länge). Der wesentliche Vorteil von Carbon ist neben der Robustheit die Tatsache dass Carbonschäfte nicht krumm werden können sondern entweder gerade oder kaputt sind und dass sie selbst bei höheren Spines sehr leicht sind. Man muss Carbonschäfte um Unfälle zu vermeiden regelmässig eingehend überprüfen. Dazu unterzieht man sie einer Sichtkontrolle und biegt und verdreht sie leicht zwischen den Händen - spürt man dabei in einer Richtung weniger Widerstand oder hört man Knack- und Knistergeräusche so ist der Schaft beschädigt und DARF NICHT MEHR geschossen werden! Am besten sofort die Stecknocke entfernen um zu verhindern dass der Schaft unbeabsichtigt nochmal geschossen wird und bei nächster Gelegenheit fachgerecht entsorgen.


Aluminiumschäfte

Aluminiumschäfte haben den Vorteil, dass sie leicht und stabil sind. Sie bestehen aus dünnwandigen Aluminiumrohren, die je nach Spinewert verschiedene Durchmesser und Wandstärken haben. Allerdings neigen sie dazu, nach Treffern in hartem Material (Bäume, Steine, etc.) krumm zu werden. In gewissen Grenzen lassen sie sich zwar wieder gerade richten, aber nach längerem Gebrauch sind sie nicht mehr ausreichend gerade und sollten dann ersetzt werden.

Die Spinewerte bei Aluschäften verbergen sich hinter der vierstelligen Grössenbezeichnung auf dem Schaft. Die ersten beiden Stellen geben den Pfeilaussendurchmesser in 64stel Zoll an. z.b. ein 2216 Schaft hat 22/64 Zoll Aussendurchmesser - was einem 11/32 Holzschaft entsprechen würde. Die letzten beiden Stellen geben die Wandstärke des Schaftes in 1000stel Zoll wieder. Z.B. hat ein 2216 Schaft eine Wandstärke von 16/1000 Zoll.

Glasfiberschäfte

Schäfte aus Glasfiber werden vor allem für Fischpfeile oder auch für Kinderpfeile aus der Spielwarenabteilung verwendet.

Schaftform

Die meistverwendeten Schäfte haben eine Zylindrische Form, sie haben überall den gleichen Durchmesser. Für die meisten Schützen wird dies passen.
Es gibt aber auch noch andere Schaftformen (nur bei Naturmaterialien), die je nach Anwendung Vorteile bringen können.
Manche Schösslinge haben bereits eine getaperte Form, sie sind unten dicker als oben.
Um zylindrische Schäfte zu tapern, benötigt man ein Tapertool.

Zylindrischer Schaft

Der meistverwendete Schaft, er kann im Fachhandel gekauft werden. Schäfte aus Aluminium oder Carbon sind immer zylindrisch geformt.

getaperte Schäfte

Diese Schäfte haben nicht überall den gleichen Durchmesser. Dadurch kann Material (Masse) bei gleicher Länge und ähnlichem Spinewert eingespart werden. Auch die Verteilung der Masse kann dadurch beeinflusst werden (FOC).

barreld

Diese Schäfte sind im Mittelteil dicker und laufen zu beiden Seiten dünner zu (Fassförmig, barrel).
Die Pfeile stabilisieren sich schneller, da die Schwungmasse an den Enden des Schafts geringer ist.