Naturfedern

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Meist von Truthahn oder Gans verwendete Federn, eine Seite der Feder ist glatt, die andere weist einen höheren Luftwiderstand auf, dadurch wird der Pfeil in eine Längsrotation (Drall) gezwungen. Die Verwendung von (auch gefundenen!) Federn geschützer Vögel stellt genaugenommen einen Verstoss gegen das Naturschutzgesetz dar!

Lexikon:

Bei selbstbesorgten Federn stellen sich folgende Fragen: Welche Federn sind geeignet? Woher bekomme ich sie? Wie reinige ich sie?

Federn bearbeiten

Um einen Pfeil zu befiedern, muss die Feder in die gewünschte Form gebracht werden. Dafür muß die Feder aber erst gespalten und der Kiel abgeschliffen werden.

Kiel spalten, schleifen

Hierzu die Feder auf eine Schneidunterlage (Brett) legen und den Kiel von oben nach unten (vom Dünnen zum dicken Ende) mit einem scharfen Messer durchschneiden. Wenn der Schnitt aus der Richtung läuft, dann das Messer erneut ansetzen.
um die halbe Feder später aufkleben zu können, muß die unebene Fläche glatt geschliffen werden. Am einfachsten geht dies mit einer geraden Klammer eines Befiederungsgeräts, einfach die Feder einlegen und auf Schleifpapier eben schmirgeln. Je dicker der übrige Federkiel, desto steifer ist die Feder später beim Aufkleben, was zu Problemen führen könnte. Deshalb den Kiel schön flach schleifen.
Falls keine Befiederungsklammer vorhanden ist, können auch 2 gleich große, flache Brettchen oben mit Klebeband verbunden werden (klappbar), die Feder dazwischenlegen, so daß der Kiel unten herausschaut und die Brettchen mit einer Klammer zusammenhalten. Damit die Feder nicht rutscht kann die Klammer innen mit Gummi ausgeklebt werden.
Wer ungeduldig aber sehr vorsichtig ist, kann auch den Bandschleifer nehmen. ;-)

Am Ansatz der Feder (dickes Ende) ist der Kiel oft sehr breit und sollte etwas schmaler geschnitten werden.

Federn ausschneiden

Federstanze
Damit die Feder am Pfeil die gewünschte Form hat, kann sie mit einer Federstanze ausgeschnitten werden.

Die Federstanze hat eine Auflagefläche, auf die die Feder gelegt und fixiert wird, und eine Platte mit einer eingelassenen Klinge mit der gewünschten Federform, die auf die Feder geklappt wird. Mit einem schlag auf die obere Platte schneidet die Klinge die Feder aus. Die Federstanze garantiert eine immer gleich bleibende Federform, so daß schnell und einfach identische Federn hergestellt werden können.

Es gibt Federstanzen mit auswechselbaren Klingen, mit diesen können dann verschiedene Formen ausgestanzt werden.

Schneiden mit der Schere
Wesentlich preiswerter ist es die Federform freihand mit der Schere zu schneiden. Dazu ist es hilfreich auf die Feder ein Stück Kreppband zu kleben und darauf die Federform aufzuzeichnen (mit einer Schablone). Durch das Kreppband werden die Federstrahlen gehalten und verrutschen dann beim Schneiden nicht. Ein weiterer Vorteil ist, dass jede beliebige Form geschnitten werden kann.
Federn brennen
Der Pfeil wird fertig befiedert (volle Höhe), dann in das Brenngerät eingelegt und gedreht. Fertig!

Das Brenngerät besteht aus einer Pfeilhalterung und einem Glühdraht. Der Draht hat die Form der Feder und wird erhitzt. Beim drehen des Pfeils werden die Federstrahlen am Draht durchtrennt. Vorteil: Alle Federn haben die gleiche Form am Pfeil, der Draht kann je nach gewünschter Form gebogen werden.. Nachteil: Es stinkt, am Besten nur im Freien verwenden.

Nach dem Ausschneiden muß der Federkiel geschnitten werden (Schere/Messer). Hierbei ist es sinnvoll vor und nach den Federstrahlen 2mm des Kiels überstehen zu lassen um diesen mit der Wicklung zu fixieren. Dann werden bei der Wicklung keine Federstrahlen plattgedrückt.

Damit die Wicklung später einfacher geht sollte der Federkiel vorne und hinten an der Feder für einen sauberen Übergang von Schaft zur Feder abgeschrägt werden.

Feuchtigkeitsschutz

Wenn Federn mit Wasser in Berührung kommen, dann kleben die Federstrahlen zusammen und können den Pfeil nicht mehr richtig stabilisieren.

Federn können zum besseren Schutz gegen Feuchtigkeit nachgefettet werden. Bei jeder Methode ist es empfehlenswert eine Probefeder zum Ausprobieren zu verwenden. Dafür gibt es folgende Möglichkeiten:

Bürzelfett

Dazu eignen sich Bürzelfett natürlich besonders gut. Es ist das natürliche fett, das Wasservögel in der Bürzeldrüse erzeugen um ihr Gefieder wasserabweisend zu machen. Es sollte nur SEHR sparsam verwendet werden: Ganz wenig auf den Zeigefinger und mit dem Daumen verreiben. Dann die Federn zwischen Daumen und Zeigefinger entlang der Federstrahlen bestreichen. Zum Schluß die Kante der Feder nicht Vergessen. Wenn zu viel Fett aufgetragen wird, dann können die Federstrahlen verkleben, oder es setzt sich Schmutz (Staub) auf den Federn ab.
Bürzelfett ist im Angelsportbedarf erhältlich, die Fliegenfischer verwenden es zur Imprägnierung ihrer Fliegen.

Teedampf

Man kann aber auch "Teedampf" verwenden - also Wasserdampf aus einem "Tee" aus Wacholdernadeln oder anderen Nadelhölzern. Die Öle und Harze im Dampf schützen gegen Milben und fetten die Federn etwas nach.

Imprägnierspray

Es wurde auch schon Imprägnierspray mit Erfolg verwendet.
Wer Erfahrung damit hat wird gebeten diese hier hinzuzufügen.


Hält man eine Feder gegen das Licht, kann man über dem Kiel bis etwa zur halben Höhe der Strahlen eine feine Linie erkennen. Bislang ging man oft davon aus, dass diese sog. Öllinie ein Kennzeichen für die Fettschicht der Federn ist. Die Öllinie galt als Oberkante des fetthaltigen Bereichs bei Naturfedern.