Köcher

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Lexikon:


Pfeilköcher

Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen Rückenköchern und Seitenköchern. Beide Bauarten haben bestimmte Vor- und Nachteile; im Grunde kann man nur sagen, dass es vom Einsatzzweck bzw. vom Gelände abhängt, welchen Köcher man wählen sollte.

Der Rückenköcher

Er erscheint allen als der typische "Robin-Hood"-Köcher; aber das ist nicht so; zumindest war im Mittelalter der Seitenköcher viel gebräuchlicher. Der Rückenköcher kann als steife Röhre gearbeitet sein, dann ist es relativ leicht, die Pfeile herauszuholen und wieder einzustecken. Nachteile sind das Klappern der Pfeile und das "Pfeilmikado", d.h. dass die Pfeile leicht herausfallen, wenn man sich bückt. Ein Rückenköcher aus weicherem Leder hält die Pfeile besser fest, kann aber beim Zurückstecken von Pfeilen etwas Probleme bereiten, wenn er Falten wirft oder abknickt. Generell ist es nicht immer einfach, die Pfeile auszuwählen, wenn man verschiedene im Köcher hat; dabei muss man sich unter Umständen schon das Genick verrenken. Auch kann man, wenn man sich unter Büschen hindurchbewegt, eventuell mit den Pfeilen hängen bleiben. Dafür haben Rückenköcher aber meist ein enormes Fassungsvermögen, so dass auch Leute, die viele Pfeile verlieren oder zerbrechen, stets genügend Vorrat mitführen können. Das Wichtigste am Rückenköcher ist die Aufhängung, die einerseits ein leichtes Auf- und Absetzen ermöglichen soll, aber auch beim Bewegen im Gelände den Köcher sicher hält, so dass er nicht von der Schulter rutscht. Eine Befestigung aus drei Gurten (einer von der Köcheröffnung über die Schulter führend, zwei vom unteren Köcherende links und rechts um den Bauch herum), die auf der Brust zusammengeführt werden, bietet recht viele Anpassungsmöglichkeiten.

Der Seitenköcher

Seitenköcher werden je nach Vorliebe und Gelände mit den Pfeile nach vorne oder nach hinten weisend getragen; nach vorne weisend bedeutet etwas leichtere Handhabung, nach hinten weisend ist im Gelände etwas besser, da man nicht so leicht im Gesträuch hängen bleibt.

Plains-Köcher

Der indianische Plains-Köcher wird von vielen Bogenschützen als Nonplusultra angesehen, da er wegen des langen Gurtes verschiedene Trageweisen (mehr am Rücken oder mehr an der Seite) ermöglicht, aus weichem Leder gefertigt ist und so die Pfeile recht sicher hält, durch den Versteifungsstab aber dennoch keine Probleme beim Einsortieren der Pfeile macht. Wer freilich noch einen Rucksack, Hüfttaschen oder dergleichen trägt, wird mit dem Plainsköcher vielleicht etwas Probleme haben.

Bogenköcher

Als "Bogenköcher" bezeichnet man eigentlich eine Pfeilhalterung (meist zweiteilig), bei der die Pfeile an den Bogen selbst geclippt werden. Sie kann das Schussverhalten des Bogens durch das erhöhte Eigengewicht des Bogens verändern; manchmal wird der Bogen dadurch ruhiger und stabiler. Die Pfeile sind schnell zur Hand und lassen sich ohne große Bewegungen entnehmen, weshalb der Bogenköcher bei Bogenjägern beliebt ist; andererseits ist das Fassungsvermögen begrenzt (höchstens acht Pfeile) und auch Pfeilschrott lässt sich damit eigentlich nicht transportieren.

Reiterbogenschützen bezeichnen als Bogenköcher oft auch das Futteral, mit dem der Bogen gespannt an der Seite getragen werden kann. Ist dieses Futteral auch mit Taschen für die Pfeilaufbewahrung versehen, bezeichnet man es auch als "Gorythos" oder kurz "Goryt", nach dem Pfeil- und Bogenköcher der Skythen.

Zusammenfassung

Der ideale Köcher soll leicht und handlich sein, beim Bewegen und Schießen nicht stören, die Pfeilbefiederung gegen Regen schützen, ein großes Fassungsvermögen besitzen, die Pfeile sicher halten, einen leichten Zugriff ermöglichen... Kein Wunder, dass es den idealen Köcher nicht gibt!


Skythischer-Bogenschütze.jpg

Skythischer Bogenschütze mit Goryt


Scythian-Goryt.jpg
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