Hautleim

Aus FC Wiki
Wechseln zu: Navigation, Suche

Kleber. Heißleim, hergestellt aus Hautresten, die z.B. bei der Lederherstellung anfallen.

Hohe Klebkraft, besonders für Naturmaterialien. Lange Trocknungszeiten bis zur Endfestigkeit (Wochen bis Monate!). Hautleim bleibt, im Gegensatz zu (sh.) Knochenleim auch nach dem Abbinden elastisch. Für biegebelastete Stellen geeignet. Im Gegensatz zu Leimen auf Kunstharzbasis relativ unempfindlich gegen Fett- und Wasserreste im Werkstoff.

Hautleim wird durch das Zerkochen von Hautgewebe gewonnen. Dabei ist der erste Abguss der stärkste. Dieser wird bei Natur-Compositbogen zum Verkleben des Horns mit dem Kern verwendet.

Angeboten in getrockneten Platten oder als Granulat, muss der Leim zum Gebrauch in Wasser erwärmt werden, wobei er mit Wasser gelöst und verdünnt wird.

Diese Art von Leim ist eine der Ältesten und wurde bereits von unseren Vorfahren benutzt.

Hautleim ist, besonders was Fette angeht, relativ unkompliziert und auch die Verarbeitung ist an sich kein Hexenwerk. Man muss nur die Grundregeln kennen und beachten. Er eignet sich nicht umsonst so gut zum verkleben von Sehnenbelägen. Und die sind IMMER leicht fetthaltig!

Temperatur: 70-75°C sind zu heiß! Zum Verleimen reicht eine Temperatur von etwas über 50°C Wer einen Sehnenbelag mit 75°C heißem Hautleim aufbringt muss sich nicht über eine geringere Belastbarkeit des Belags wundern. Die Eiweiße und Proteine in den Sehnen denaturieren dann so auch in dem Hautleim (in der Sehne gehts nur schneller).

Vorbehandlung: Hölzer, die mit Hautleim oder Hasenleim geklebt werden sollen, müssen vorbehandelt werden. Das geht so: Die Oberflächen sollen glatt sein, aber sie müssen offen, also Saugfähig sein, damit der Leim eindringen kann. Das Holz wird deshalb angeschliffen, z.B. mit 120er Papier und anschließend gründlich von Staub befreit, z.B. mit einem feuchten Lappen abwischen. Vor dem Verleimen ist es hilfreich das Holz leicht an zu wärmen, und einmal einen verdünnten Leim auf zu tragen der gut ins Holz einzieht. Mit dem Fön wird dann nochmal leicht nachgewärmt und anschließen wird auskühlen lassen.

Verkleben: Dann wird der normale Leim auf beide Hölzer aufgetragen und VOR dem Gelieren, also recht zügig, beides stramm zusammengepresst. Beim Pressen darf man dann das Holz nochmal leicht erwärmen, um die Verklebung nochmal zu verbessern. Wenn alles abgekühlt ist, darf man die Pressung lösen und 24h warten, besser länger.

Ergebnis: Die Verbindung ist jetzt so stark, das man die Holzteile NICHT mehr trennen kann, ohne das Stücke des jeweils anderen Holzstückes am Holz kleben bleiben. Habe ich selbst so gemacht, und man bekommt das Holz mit bloßer Muskelkraft eigentlich so gut wie gar nicht auseinander. Da hilft nur hebeln und brechen.

Nachtrag: Die Konsistenz kann man nach Gefühl durch Zugabe oder verdunsten lassen von Wasser einstellen. Zum Kleben: Eine Konsistenz etwa wie Honig ist gut. zur Vorbehandlung Merklich flüssiger als Honig sein aber nicht wie Wasser. Ich denke Speiseöl ist n guter Vergleich.

Verwandte Leime sind Fischleim und Hausenblasenleim.