Grifflage

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Bogengeometrie: Die Lage des Griffbereichs.

Diese hat eine Reihe von Auswirkungen, die man grob in 3 Themenbereiche unterteilen kann:

Inhaltsverzeichnis

Themenbereich 1:

Verhältnis der Wurfarme (WA) zueinander

1. Der untere WA muss schneller sein. Das zu erreichen gibt es 2 Wege: a) er ist stärker b) er ist leichter.

2. Um 1a) zu erreichen, kann man ihn dicker lassen. Problem: Dadurch wird er schwerer, was kontraproduktiv ist.

3. Macht man ihn hingegen kürzer, wird er sowohl stärker als auch leichter.

Erfüllt der untere Wurfarm diese Anforderung nicht, "reitet" der Pfeil, d.h. er wackelt im Flug auf und ab. Dies lässt sich (begrenzt) kompensieren, indem man höher als der üblichen 90°-Lage des Nockpunktes einnockt.

Themenbereich 2:

Haltbarkeit

Kompressionsbrüche und/oder zu viel Set entstehen, wenn

a) der Bogen zu stark ist (Druckkraft an der Bauchseite)

b) der Krümmungsradius zu klein ist (Länge des WA)

Themenbereich 3:

Handschock

Handschock entsteht, wenn die durch den Abschuss unvermeidliche Schockwelle sich

a) im Griffbereich von beiden Wurfarmen "addiert", anstatt sich aufzuheben und/oder

b) den Griffbereich gegenläufig zur unvermeidlichen Vorwärts-Bewegung beim Ablass nach hinten bewegt, oder

c) den Griff asymmetrisch "verreißt"

d) Wenn der Griff mitbiegt, verstärkt sich die Gefahr.

Ganz vermeiden lässt sich Handschock nie. Ein schweres Mittelteil, wie bei laminierten Bogen üblich, dämpft den Handschock durch seine Massenträgheit, ist bei Vollholz-Bogen aber unüblich.

Wie viel Handschock ein (Vollholz-)Bogen haben wird, lässt sich kaum vorhersagen. Eine asymmetrische Grifflage macht es aber unwahrscheinlicher.

Was folgert daraus?

Bei einem (nicht zu starken!) LB (über 1,60m) versetzt man den Griff um ein paar cm nach unten, oder anders ausgedrückt, macht den unteren WA ein paar cm kürzer. Die Dicke der WA ist gleich. Als Folge wird der untere WA schneller, vgl. 1. - 3., aber die WA bleiben gleich dick.

Ist der Bogen hingegen besonders stark, oder kürzer als 1,60, (oder beides), würde dies das Holz überlasten. Dann ist es besser, den Griff eher mittig anzuordnen. Dies ist aber keine "Entweder-Oder-Regel". Der Übergang ist fließend! Je kürzer/stärker der Bogen, desto mittiger der Griff, vgl. Themenbereich 2.

Schwierig zu "planen" ist der Handschock, da er von noch viel mehr Faktoren beeinflusst wird:

  • dem Breiten-Profil (schmal und dick oder breit und flach?)
  • dem Breiten-Verlauf
  • der Bogenlänge
  • dem Gewicht der Endbereiche
  • der Schwingungsdämpfung des Holzes, also auch der Holzart
  • Schwingungs-Störern wie Ästen, Wicklungen, harten oder weichen Holzstellen
  • Sehnenmaterial
  • Sehnendicke (Strangzahl)
  • Griff steif oder biegsam
  • Griffgewicht
  • dem Schützen (Schussruhe, Ablass, Druckpunkt, festes oder lockeres Halten, Schräglage u.s.w..)

Schon diese (vmtl. unvollständige) Liste zeigt: eigentlich ist es Glückssache! Jede Änderung eines der Parameter wird das Schwingungsverhalten beeinflussen. Wenn arcus (s.o.) den Griff "zur Mitte verschiebt", indem er den oberen WA kürzt, ändert er auch das Gewicht des oberen WA, des ganzen Bogens und die Bogenlänge. Dies verändert das Schwingungsverhalten, MUSS aber nix mit der Grifflage zu tun haben!!

Man kann daraus nur ableiten: Hat der Bogen Handschock, ändere ein oder mehrere der o.a. Parameter....

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