Effektiver Spine

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Der Spinewert eines Schaftes sagt nur, wie steif der kahle Schaft unter den genormten Messbedingungen reagiert. Wie stark sich der fertige Pfeil beim Abschuss biegt, hängt aber von vielen Faktoren ab:

  • wie weit ein ggf. Schusfenster eingeschnitten ist,
  • wie lang die Schäfte sind,
  • wie weit der Auszug ist (man kann auch 30"-Schäfte haben und nur 26" ziehen!)
  • welches Gewicht die Spitzen haben,
  • wie die Sehne gezogen wird (primär, sekundär, mediterran, Untergriff, Daumen, Release...)
  • wie gerade oder schräg (seitliche Auslenkung) der Ablass ist,
  • die Lage des Nockpunktes
  • wie hoch der Wirkungsgrad des Bogens ist (45# sagen nichts darüber, wie explosiv oder lahm er die freigibt!),
  • wie die Pfeilauflage und seitliche Anlage geformt sind,
  • aus welchem Material Pfeilauflage und seitliche Anlage sind,
  • ob die Schäfte parallel, getapert oder gebarreled sind,
  • aus welchem Material die Schäfte sind,

u.a....

Den effektiven Spine zu berechnen ist daher fast unmöglich. Daher muss er für jede einzelne Bogen-Pfeil-Kombination getestet und ggf. in Varianten ausprobiert werden.

Der angegebene Spinewert der Schäfte dient nur dazu, dass man dann immer gleiche Schäfte bekommt.

Um den benötigten Spine herauszufinden, kann folgendes Vorgehen empfohlen werden: (hier: Für Holzpfeile)

Wähle eine Spineklasse nach Faustformel und kaufe 9 Schäfte.

Schneide sie auf 29" Länge und kaufe je 3x SCHRAUB-Spitzen in 125, 100 und 80 (bzw. 70, je nach Hersteller) grn.

Mit den Spitzen stellst Du 3 x 3 (bis auf die Spitzen identische) Pfeile her und schießt die Probe.

  • Die 29" mit 125 grn werden vielleicht zu weich reagieren (Wabbeln, Treffer zu weit rechts).

(Sind die wider Erwarten am besten, mache auf die anderen 6 auch 125er und Du bist fertig...)

  • Sind sie, selbst mit den 70/80er Spitzen zu weich, kürze ALLE 9 um EIN Zoll und Wiederhole den Test von vorn. (Natürlich nie kürzer schneiden als Deine max. Auszuglänge!!)
  • Sind sie mit 125er Spitzen immer noch zu hart, brauchst Du leider weichere Schäfte.

So tastet man sich an das beste Ergebnis heran. Ob man am Ende einen etwas längeren Schaft - mit schweren Spitzen, oder einen kürzeren mit leichten Spitzen bevorzugt, ist Geschmackssache. Beides hat Vor- und Nachteile..