Biegung

Aus Bogensport Wiki

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Im Bogensport muss die Biegung besonders bei Wurfarmen und Pfeilen (Paradoxon des Bogenschießens) beachtet werden.

Wurfarm

Wenn ein Stab gebogen wird, dann wird das Material außen gestreckt und innen gestaucht.
Innerhalb des Stabes gibt es eine neutrale Faser bzw. neutrale Linie, welche die ursprüngliche Länge des Stabes behält.

Die Materialbelastung verteilt sich gleich auf Druckseite und Zugseite auf.

Wenn z.B. ein Backing aufgebracht wird, dann ist die Zugseite dicker und "stärker" geworden (Backingmaterial ist meistens stärker als das Grundmaterial). Dadurch verschiebt sich die neutrale Linie in Richtung Bogenrücken, da sich die Belastung wieder gleichmäßig verteilt.
Im Extremfall könnte ein Bandstahl aufgebracht werden, das verglichen mit Bogenholz nicht nachgibt. In diesem Fall liegt dann die neutrale Linie im Bandstahl und das gesamte Bogenholz wird auf Druck beansprucht.
In diesem Beispiel wäre die Duckschicht nach dem Stahlbacking doppelt so dick (das ganze Bogenholz). Wenn es jetzt gleich weit gebogen wird wie vorher, dann ist es 8 mal so hoher Belastung ausgesetzt (siehe Faustformel).

Zugegeben, das ist ein extremes Beispiel, aber es verdeutlicht, dass bei der Verwendung eines Backings immer darauf geachtet werden muss, ob der Bogenbauch die neuen Belastungen auch aushalten kann.

Pfeil

Vor dem Lösen des Schusses steht der Pfeil still und wird beim Lösen von der Sehne von hinten angeschoben. Auf Grund der Massenträgheit setzt der Pfeil diese Kraft nicht vollständig in die Vorwärtsbewegung um, sondern verbiegt sich auch. Der Grad dieser Verbiegung muß zum Bogen passen um einen sauberen Pfeilflug zu ermöglichen.
Eine genaue Beschreibung hiervon ist unter Paradoxon des Bogenschießens bzw. Spine zu finden.


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